25/06/25

Autofrachter sinkt nach wochenlangem Feuer im Pazifik

Dramatisches Schiffsunglück vor Alaska: Nach einem Großbrand an Bord ist der Auto-Transporter Morning Midas in 5.000 Meter Tiefe gesunken. Über 3.000 Fahrzeuge, darunter hunderte Elektro- und Hybridautos, befanden sich an Bord. Experten warnen vor Risiken beim Transport von E-Autos.
Autofrachter Morning Midas sinkt im Pazifik. Foto: U.S. Coast Guard Alaska

Der Autofrachter Morning Midas ist nach einem schweren Brand und wochenlangen Bergungsversuchen in internationalen Gewässern gesunken. Wie der Betreiber Zodiac Maritime mitteilte, sei das schwer beschädigte Schiff etwa 360 Seemeilen südwestlich der Aleuten vor Alaska untergegangen. Die Wassertiefe an der Unglücksstelle beträgt rund 5.000 Meter (etwa 16.400 Fuß).

Autofrachter sinkt im Pazifik

Der Brand an Bord der Morning Midas war am 3. Juni ausgebrochen. Das Feuer entstand nach Augenzeugenberichten und nach Angaben der Reederei auf einem der Decks, auf dem Elektrofahrzeuge transportiert wurden. Trotz eingeleiteter Löschmaßnahmen und der Aktivierung der bordeigenen Feuerlöschsysteme nahm das Feuer rasch an Intensität zu. Die Besatzung sah sich gezwungen, das Schiff zu evakuieren. Sie konnte sich in ein Rettungsboot begeben und wurde von der Crew des herbeigerufenen Containerschiffs COSCO Hellas aufgenommen.

Autofrachter Morning Midas sinkt im Pazifik. Foto: U.S. Coast Guard Alaska

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Aufgrund der weit abgelegenen Position des Havaristen benötigte das Bergungsteam der US-Firma Resolve Marine eine Woche, um die Morning Midas zu erreichen. Als die Bergungseinheiten am 9. Juni eintrafen, brannte es auf dem Schiff noch immer, allerdings galt der Schiffskörper zu diesem Zeitpunkt noch als stabil. Am 11. Juni wurde zunächst ein Schleppseil befestigt. Als am 16. Juni das zweite Bergungsschiff Garth Foss eintraf, zeigten thermische Messungen und Sichtkontrollen keine Anzeichen mehr für offene Feuerstellen.

Schwierige Rettungsarbeiten

Nach Angaben von Zodiac Maritime führte die Kombination aus den massiven Brandschäden, schwerer See und eindringendem Wasser schließlich zum Untergang des Schiffes. Das US-Coast-Guard-Kommando in Alaska bestätigte den Untergang. Eine Untersuchung der Ursache des Feuers dürfte nahezu unmöglich sein.

Auf dem Grund der See liegen nun 3.048 Fahrzeuge, darunter 70 vollelektrische und 681 Hybridfahrzeuge. Laut Angaben von Bloomberg gehörten zu den Ladungspositionen Fahrzeuge unter anderem der chinesischen Hersteller Chery Automobile Co. und Great Wall Motor Co. Das Schiff stand unter Charter von Chinas SAIC Anji Logistics und war auf dem Weg nach Lázaro Cárdenas in Mexiko.

Neben den Autos befanden sich 350.000 Liter Benzin sowie 1,53 Millionen Liter „sehr schwefelarmes Heizöl“ an Bord. Zwei mit Spezialausrüstung ausgestattete Bergungsschlepper bleiben als Vorsichtsmaßnahme vor Ort, um mögliche Umweltbelastungen zu überwachen. Zudem ist ein weiteres Spezialschiff mit Ausrüstung zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen auf dem Weg zur Untergangsstelle.

Zwischenfälle mit Autofrachtern

Der Untergang der Morning Midas reiht sich in eine Serie schwerer Zwischenfälle mit Autofrachtern ein. Im Februar 2022 sank der Auto-Transporter Felicity Ace nach einem Brand südlich der Azoren. Im Juli 2023 brach auf der Fremantle Highway vor der niederländischen Küste ebenfalls ein Feuer aus; das Schiff konnte später jedoch in einen Hafen geschleppt werden.

Die Häufung solcher Vorfälle hat die Diskussion in der Schifffahrtsbranche über die Risiken beim Transport von Elektrofahrzeugen weiter verschärft. Die Branche arbeitet derzeit an verbesserten Sicherheitsvorkehrungen und Löschtechniken.

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