25/10/25

Coast Guard greift ein: Frachtercrew wirft Müll in die Ostsee

Die Besatzung eines Massengutfrachters entsorgte ihren Müll in der Ostsee - doch die Umweltsünder hatten nicht mit der Coast Guard gerechnet. Ein ungewöhnlicher Fall beschäftigt derzeit Schweden. Und hat Signalwirkung, auch auf andere Weise.
Schwedische Coast Guard Symbolfoto

Ungewöhnlich ist auch, dass Schwedens Minister für Zivilschutz, Carl-Oskar Bohlin, persönlich über den Vorfall berichtet.  Bei einem Routineflug hatte die Besatzung eines Aufklärungsflugzeugs der schwedische Küstenwache (Kustbevakningen) eine Umweltsünde beobachtet.

Müll in der Ostsee entsorgt

Der Vorfall ereignete sich am Montag (20. Oktober) während eines Patrouillenflugs. Die Beamten entdeckten aus der Luft, dass ein Crewmitglied Müll über Bord warf – „genug, dass man es aus der Luft sehen konnte“, so ein Sprecher. Es habe sich um gewöhnlichen Hausmüll gehandelt, nicht um eine technische oder industrielle Entladung.

Das betroffene Schiff - ein Bulkcarrier - fährt unter liberianischer Flagge. Es hatte vor der schwedischen Insel Fårö geankert, auf dem Weg von Russland nach Indien, und durfte nach dem Vorfall Göteborg anlaufen. Dort gingen Beamte der Küstenwache an Bord, informierten den Kapitän über den Verdacht und befragten die Crew. Nach Angaben schwedischer Medien gestand ein Besatzungsmitglied wenig später die Tat.

Der Mann wurde zu „50 Tagessätzen“ Geldstrafe verurteilt – die genaue Summe wurde nicht genannt. Nach schwedischem Recht richtet sich die Höhe solcher Strafen nach dem Einkommen, typischerweise zwischen 50 und 1.000 schwedischen Kronen pro Tag (etwa 5 bis 100 US-Dollar). In diesem Fall haftet ausschließlich der Täter selbst, weder das Schiff noch der Kapitän.

Wachsam gegen die Schattenflotte

Ein Sprecher der Küstenwache erklärte gegenüber der Zeitung Dagens Nyheter, dass es „relativ ungewöhnlich“ sei, derartige Verstöße zu entdecken. Normalerweise befasse man sich mit Öl- oder Chemikalienaustritten, die deutlich gravierender seien.

Die schwedische Küstenwache hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, ihre Überwachung in der Ostsee zu verstärken, unter anderem wegen der zunehmenden Zahl sogenannter „Shadow-Fleet-Schiffe“, die unter unklaren Eigentumsverhältnissen fahren. Seit Juli sammelt die Behörde zudem Versicherungsdaten aller Schiffe, die schwedische Hoheitsgewässer oder die ausschließliche Wirtschaftszone passieren. Unabhängig davon, ob sie einen schwedischen Hafen anlaufen.

Die Nachricht der schwedischen Behörden, die von dieser Meldung ausgeht: Wir schauen genau hin - und uns entgeht nichts...

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