01/10/21

Hamburg: Schocknachrichten für Traditionswerft Blohm + Voss

Hamburg: Schocknachrichten für Traditionswerft Blohm + Voss - Ankerherz Verlag

Das sind Schocknachrichten für die Traditionswerft Blohm + Voss und den Hamburger Hafen. Dem Unternehmen droht ein massiver Stellenabbau. Und das Gesicht des Hafens wird sich verändern.

Werft-Chef Peter Lürßen brachte die schlechten Nachrichten persönlich zur Belegschaft in die Hamburger Docks. Viele der 580 Jobs auf der Werft stehen auf der Kippe. Die Werft sei in der jetzigen Form nicht zukunftsfähig, hieß es seitens des Bremer Unternehmens. Im Vergleich zu anderen Werften sei der Standort Hamburg zu teuer und die Kosten zu hoch.

Als die Bremer Lürssen-Gruppe Ende 2017 einstieg, mussten von den damals 900 Beschäftigten mehr als ein Drittel das Unternehmen verlassen. Den damals eingeschlagene Kurs, Schiffe der Marine neu zu bauen und Superyachten zu reparieren, will man nun weiter gehen. Und dafür andere Geschäftsbereiche komplett aufgeben.

Keine Frachter mehr. Keine Kreuzfahrtschiffe

Erstmals in der 144jährigen Geschichte von Blohm + Voss soll es keine Reparaturen für Containerfrachter oder Tanker mehr geben. Was bedeutet, dass der Hafen auch für Touristen sein Gesicht verändert. Schönheitsarbeiten an Kreuzfahrtschiffen soll es auch nicht mehr geben, zumindest nicht in Hamburg. Hier prüft die Werft, ob man an einem anderen Standort weitermache.

Werden alle sechs Schwimmdock weiter betrieben? Offen. Wie viele Arbeitsplätze wegfallen, steht nicht fest. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts könnten von den „Personalanpassungen“ rund 100 Werftarbeiter betroffen sein. Die Nachricht kommt wenige Wochen, nachdem eine andere Hamburger Traditionswerft Pella Sietas Insolvenz anmeldete. Dieses Unternehmen steht vor der Abwicklung, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

Blohm + Voss baute legendäre Schiffe

Blohm + Voss ist eine wirklich legendäre Werft. Hier liefen berühmte Schiffe vom Stapel, u.a. die Viermastbark Pamir, der Turbinendampfer „Europa“, die „Wilhelm Gustloff“ , Schlachtschiff „Bismarck“oder die „Gorch Fock“. Diese Zeiten sind vorbei: Ab sofort gibt es nur noch Kriegsschiffe und Oligarchen-Spielzeuge von Blohm + Voss.

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